Altstadt Informationen

Altstadt neu denken

Die Linzer Altstadt steckt mitten in einer Metamorphose: weg vom ehemaligen Scherbenviertel Image, hin zum Wohnzimmer der Linzer*innen und Linz Besucher*innen. 400 neue Bewohner*innen kann die Altstadt seit den vergangenen 15 Jahren verzeichnen. Häuser wurden rücksichtsvoll saniert und bekamen neue Funktionen. Wo es früher über dem Erdgeschoss Leerstand gab, ist Leben eingezogen. Die Altstadt ist nicht mehr nur Ausgehmeile, sondern auch Lebens- und Arbeitsraum geworden. Neue Restaurants, gemütliche Cafés, Hotels mit besonderem Flair, kreative Stores laden zu Erlebnissen abseits des Mainstream ein.

Im Gegensatz zur vorbildlichen Nutzung der meisten Häuser, ist es dem öffentlichen Raum noch nicht ganz gelungen, ein nachhaltiger Vorzeigestadtteil zu sein. Denn Stadtentwicklung passiert nicht einfach so, sondern ist ein aktiver Prozess.

Mit der Gründung des Vereins Altstadt neu wurde ein Stein ins Rollen gebracht. Wir haben Visionen, wie unsere Altstadt zu einer florierenden Wohlfühlzone werden kann. Wir sehen die Altstadt als hippen Treffpunkt, lebenswerten Wohnort, Genusszone für alle Budgets. Wir haben Konzepte, die die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer optimieren und damit die Frequenz steigern. Ziel ist es, die Linzer Altstadt zum Vorzeigemodell für nachhaltige, urbane Lebensweise zu machen. Die Hauptthemen sind dabei:

Altstadt Linz neu gedacht

Die Grundvoraussetzungen sind schon gegeben. Die Altstadt hat die ersten Schritte zur Verkehrsberuhigung bereits gemacht. Es gibt einen klein strukturierten Branchen- und Nutzungsmix. Nun geht es darum, diese Errungenschaften zu festigen und die vorhandenen und versteckten Vorteile herauszustreichen, um diese bewusst an den Tag zu bringen und zu fördern.

Die Qualität einer lebendigen und erfolgreichen Innenstadt zeichnet sich durch Persönlichkeit, gelebte und gewachsene Struktur gepaart mit dem gewissen Etwas aus. Dies hebt sie von großen und künstlich wirkenden Einkaufszentren und dem digitalen Parallelleben ab. Stadtbewohner*innen ist dies besonders wichtig. Sie haben sich zumeist bewusst für das Stadtleben entschieden. Ein kosmopolitischer Lebensstil, ohne dabei seine Wurzeln zu verlieren, ist die Attraktivität, welche vor allem mittelgroße Städte wie Linz bieten können: kurze Wege, persönliche Kontakte, praktische Lösungen. Menschen wollen die Stadt „fühlen“. Dieses  positive Erleben möglich zu machen, ist die Hauptaufgabe. Es darf nicht sein, dass dies bei den Eingangstüren der Geschäfte oder Wohnungen aufhört, sondern muss nahtlos in den öffentlichen Raum übergehen.

Die Altstadt neu denken heißt qualitätsvolle Stadtgestaltung, die schrittweise die Altstadt zur Stadt der Zukunft macht.

Altstadt Linz neu gedacht!

Begrünung

Neue Bäume können gepflanzt werden und spenden Schatten, generieren ein angenehmes Klima in der Altstadt und erzeugen eine einzigartige Atmosphäre für den Stadtraum. Dadurch generierte gesteigerte Lebensqualität und Erfüllung der Verpflichtung gegenüber nachfolgender Generationen stellen einen kategorischen Imperativ dar.

Bäume laden dazu ein, es sich darunter bequem zu machen; Plätze und Gassen werden durch die Begrünung lebendiger und frischer. Die Jahreszeiten werden anhand der Vegetation spürbar und sorgen so für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Linz will Klimahauptstadt werden. Damit dies gelingen kann, braucht es Taten. Reduktion der Bodenversiegelung, Baumpflanzungen, Fassaden- und Dachbegrünung bleiben nicht theoretische Konstruktionen oder Wunschgedanken.

Möblierung

Sitzmöglichkeiten, Brunnen und Fahrradständer ergänzen und bespielen diese zurückgewonnen Orte. Das Bewegen in der Altstadt wird erleichtert und der Aufenthalt zu einer angenehmen Erfahrung.

Der Alte Markt kann sich nun über seine gesamte Fläche mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten ausbreiten. Eine flexible Plattform ermöglicht gedecktes Verweilen, sowie die Bespielung des Alten Marktes mit Veranstaltungen aller Art. Somit wird der Alte Markt zum Dreh- und Angelpunkt des täglichen Altstadtlebens.

Vor allem der Landhausplatz kann nun, durch den eingedämmten Verkehr, auch als Platz wahrgenommen werden. Er wird durch Möblierung und Begrünung zu einem weiteren Wohnzimmer der Altstadt.

Der Tummelplatz ist nicht mehr nur Parkplatz, sondern eine Schnittstelle mit Aufenthaltscharakter zwischen Schloss und Altstadt.

Klosterstraße, Hofgasse sowie die Verbindungen der einzelnen Plätze laden zum Flanieren ein und können von den existierenden Geschäften und Gastronomien gut bespielt werden.

plan-wasser-klein
plan-fahrrad-klein
plan-sitz-klein

Mobilität

Durch Eindämmen des Abkürzungsverkehrs ist der erste Stein für eine lebendige Alstadt gelegt. Keine Autos rasen mehr durch die Altstadt – es ist nun genug Platz um sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in der Altstadt zu bewegen. Dadurch bleibt die Linzer Innenstadt für Bewohner*innen und Unternehmer*innen attraktiv und zukunftsorientiert.

Die autoarmen Straßenzüge ermöglichen die Entfaltung der bestehenden Plätze zu „Wohnzimmern der Stadt“ mit enormer Aufenthaltsqualität. Sozialen Interaktionsmöglichkeiten und die Identifikation der Anwohner*innen an „ihre“ Stadt steigen.

Ein Stadtteil der zukunftssicher sein will, gibt dem Leben Vorrang, stellt die Begegnung von Menschen in den Vordergrund.

plan-durchfahrt

das Tor zur Altstadt

Wir sehen den donauseitigen Eingang zur Altstadt als einladende Vorzone mit esplanadenhaftem Charme.

Dafür ist eine Veränderung der Verkehrssituation erforderlich. Die Lösung sehen wir darin, die Nebenfahrbahn (von Wilhering kommend) aufzulassen und nur mehr der Wilia die Bushaltestelle zur Verfügung zu stellen. Die Autos, die von der Nibelungenbrücke zum Römerberg wollen, haben eine zweite Spur, die für die Zufahrt zur Tiefgarage herangezogen werden kann. Dies ist verkraftbar, da bis kurz vor der Ampel ohnehin nur eine Spur zur Verfügung steht. Damit lässt sich der Bereich für die Fußgeher*innen um etwa 3-4 Meter verbreitern. Dazu sollten Bäume gepflanzt und die Buswartestation einem neuen Design unterzogen werden.

So lässt sich vom Salzamt bis zum Heinrich-Gleißner-Haus eine ca. 10 Meter breite, promenadenähnliche Anlage gestalten. Gastgärten und Gastronomie entstehen und tragen zu einem würdigen Entree der Altstadt bei.

. .
zeichnung-donaulaende

Das Arbeitsbuch: "Linzer Altstadt neu denken!"

Der Inhalt beinhaltet beginnend bei der aktuellen Bestandsaufnahmen, gefolgt von beschriebenen Einzelmaßnahmen eine schließende Zusammenfassung sowie einen positiven Ausblick. Darüber hinaus wird der Blick selbstverständlich über die Ränder der Linzer Altstadt gerichtet – wie kann die gesamte Linzer Innenstadt von einer Altstadt als lebendiger Ort profitieren.

Linzer Altstadt neu denken!

Herausgeber: Verein Altstadt neu
Technische Bearbeitung: tp3 Architekten
Erscheinungsjahr: 2020

gesamtes Buch durchblättern:

Download als pdf:

Scroll to Top